Keuchhusten Der Keuchhusten (= Pertussis) ist eine Infektionskrankheit der Atemwege (= Respirationstrakt) durch ein spezielles Bakterium (Name: Bordetella (= B.) pertussis). Die Ansteckung erfolgt von Mensch zu Mensch durch bakterienhaltige Sekrettröpfchen(z.B. beim Nießen, Husten) (sog. Tröpfcheninfektion). Die Bakterien lösen typische Hustenattacken mit kurzen, heftigen, 15 bis 20 Hustenstößen aus (sog. „Stakkatohusten“). Dabei können Atempausen (=Apnoe) auftreten (sog. „Stickhusten“). Die Zunge wird vorgestreckt. Die Hustenattacken enden mit einer mühsamen, pfeifenden und ziehenden Einatmung (=Inspiration). Häufig tritt Erbrechen von Mageninhalt auf. Durch den Husten wird zäher, glasiger Bronchienschleim herausgewürgt. Die 10 – 50 Hustenattacken verteilen sich über den Tag und die Nacht. Der Krankheitsverlauf wird in 4 Stadien eingeteilt: 1. Inkubationsstadium (1 – 2 Wochen Dauer): 2. Stadium catarrhale (1 – 2 Wochen Dauer): 3. Stadium convulsivum (3 – 6 Wochen Dauer): 4. Stadium decrementi Der behandelnde Arzt erkennt den Keuchhusten meistens
schon an den typischen Hustenanfällen. Zur weiteren Bestätigung
oder Die Behandlung erfolgt möglichst früh durch ein Antibiotikum, am besten mit Erythromycin zum Schlucken (=peroral =per os) über zwei Wochen. Die Beschwerden werden auf diese Weise gemildert. Bei schwerkranken Kindern, insbesondere bei Säuglingen, erfolgt eine Krankenhauseinweisung. Eine Pertussisinfektion heilt in aller Regel folgenlos aus. In seltenen Fällen können dauerhafte Schäden am Gehirn (z.B. Lähmungen, Krampfanfälle, Seh- und Hörstörungen) auftreten. Eine Vorbeugung ist möglich. Bei ungeimpften Kindern
sollte ein Kontakt mit einem Erkrankten gemieden werden. Falls dies
dennoch unbeabsichtigt geschehen ist, kann innerhalb von fünf Tagen
nach dem ersten Kontakt (=Exposition) eine zehntägige Erythromycin-Behandlung
durchgeführt werden. Kinder mit Keuchhusten sollten mit einer Antibiotikatherapie zumindest 5 Tage, ohne Antibiotika jedoch bis 3 Wochen nach Beginn des Stadium convulsivum keine Gemeinschaftseinrichtungen besuchen. Dr. Dr. med. Th. Hürter, Geilenkirchen |
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