FSME
Die FSME (=Früh(jahrs)-Sommer-Meningoencephalitis)
ist eine Infektionskrankheit durch FSME-Viren. Sie wird durch saugende
Zecken übertragen. Die Ansteckung tritt lokal auf (Endemiegebiete),
z. B. in Bayern und Baden-Württemberg
(siehe Quelle). Das Risiko für eine Infektion beträgt
1:50 bis 1:1000 pro Biß.
Bei etwa der Hälfte der infizierten Menschen tritt
eine Ent-
zündung der Gehirnhaut (=Meningitis), des Gehirns
(=Encephalitis) und/oder des Rückenmarks (=Myelitis) auf.
Die Patienten beklagen Fieber, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen,
Bewußtseinsstörungen, Gedächtnisstörungen
oder Lähmungen. Die beschwerdefreie Zeit (=Inkubationszeit) zwischen
der Infektion und den ersten Krankheitszeichen (=Symptome) dauert 3-28
Tage. Der Patient sollte den behandelnden Arzt auf einen zurückliegenden
Zeckenbefall hinweisen, falls dieser bemerkt wurde. Der Arzt wird gezielt
nach Nervenfunktionsstörungen fragen und einfache Nerventests durchführen.
In unklaren Fällen muß zusätzlich ein Nervenarzt (=Neurologe)
konsultiert werden. Das Blut wird auf Entzündungszeichen (z. B.
Blutsenkungsbeschleunigung)
und Antikörper gegen FSME-Viren getestet.
Die FSME heilt meist nach 1-3 Wochen folgenlos aus. Eine
ursächliche (=kausale) Therapie durch Antibiotika ist nicht möglich.
Die Vorbeugung (=Prophylaxe) erfolgt durch eine aktive Impfung (=aktive
Immunisierung). Bei der Schnellimmunisierung besteht bereits 2 Wochen
nach der ersten Injektion Impfschutz. Die zweite und dritte Injektion
wird 1 und 3 Wochen nach der ersten durchgeführt. Auffrischungsimpfungen
erfolgen nach
1 sowie 3-5 Jahren. Der Schutz vor Zecken und ihre Entfernung aus der
Haut werden im Kapitel "Borreliose" beschrieben.
Die Erkrankung ist gegenüber dem Gesundheitsamt meldepflichtig.

FSME - Risikogebiete in Deutschland (Übersichtskarte)

FSME - Risikogebiete in Deutschland (Landkreiskarte)

FSME - Risikogebiete in Europa
Quellen:
Reisinger E.C. und Mitarbeiter: Der Kassenarzt 23 (2001) 33-37
Robert Koch-Institut, Nordufer 20, D-13353 Berlin (http://www.rki.de/infekt/ratgeber/rat.htm)
Dr. Dr. med. Th. Hürter, Geilenkirchen |