| AIDS
Acquired-immunodeficiency-syndrome (AIDS) wird durch eine
Infektion mit Human immunodeficiency (HI) – Virus verursacht.
Es ist wichtig zu wissen, daß ein HIV-infizierter Mensch nicht unbedingt
AIDS haben muß. AIDS besteht erst dann, wenn der HIV-positive Patient
eine oder mehrere assoziierte Erkrankungen entwickelt. Da das HI-Virus
das menschliche Immunsystem mit
der Zeit zerstört, sind AIDS-Erkrankungen meist Infektionen,
die der Körper nicht mehr bekämpfen kann. Der Zeitraum von
HIV-Infektion zu AIDS ist unterschiedlich und liegt unbehandelt zwischen
drei bis zwanzig Jahren.
Das HI-Virus wird durch Körperflüssigkeiten
(z.B. Blut, Speichel,
Sperma) übertragen. Das heißt, daß die Übertragung des Virus
durch Sexualkontakte, durch die Benutzung HIV-verseuchter Spritzen beim
Drogengebrauch, durch Bluttransfusionen
und von Mutter zu Kind während der Schwangerschaft
und des Stillens erfolgen kann.
Am Anfang der HIV-Infektion leiden die meisten Personen
kurzfristig an grippeähnlichen Symptomen, werden danach
aber wieder beschwerdefrei. Wenn die Infektion zu AIDS führt, hängen
die Beschwerden der Patienten von der zugrunde-
liegenden Erkrankung ab. Häufig bestehen diese zuerst aus einer
speziellen Lungenentzündung und Pilzinfektionen (der Haut,
der Mundhöhle, der Speiseröhre und der Scheide). Durch die
fortschreitende Zerstörung des Immunsystems können weitere
ernste Infektionen hinzukommen, welche den ganzen Körper angreifen
und unter anderem zu Blindheit und Nervenschäden führen können.
Auch können Personen mit AIDS unter einer Anzahl von Krebs-, neurologisch-psychiatrischen
und Hautkrankheiten sowie Muskel- und Gelenkbeschwerden
und Gewichtsverlust leiden.
Die HIV-Infektion wird durch vorhandene Abwehrstoffe gegen
das Virus und unter Umständen auch durch Viren selbst in einer
Blutprobe festgestellt. Die Diagnose "AIDS" wird gestellt, wenn mindestens
eine definierte Folgeerkrankung eingetreten ist.
Die Therapie bei der HIV-Infektion ist einerseits eine,
die gegen
die Infektion selbst gerichtet ist, und eventuell andererseits
eine, die weiteren Infektionen vorbeugt oder diese behandelt.
Gegen die HIV-Infektion gibt es inzwischen eine Anzahl von "antiretroviralen"
Medikamenten, die das Fortschreiten der Krankheit für einige Zeit
anhalten, aber nicht heilen können.
Diese Medikamente haben die Sterblichkeitsrate erheblich verringert
und die Lebensqualität verbessert. Allerdings sind
sie häufig mit strengen Einnahmekriterien und Nebenwirkungen verbunden.
Die korrekte Anwendung der Therapie ist von
großer Wichtigkeit, um das Entstehen von resistenten Viren zu vermeiden.
Der Gebrauch von antiretroviralen Medikamenten in Verbindung mit Kaiserschnitt-Entbindung
bei Schwangeren hat auch die Übertragungsrate des Virus von Mutter
auf Kind von
24 % auf weniger als 2 % verringert.
Die Prognose ist schwer zu definieren, da sie von verschiedenen
Kriterien abhängt, u. a. der Art des HI-Virus, der medikamentösen
Behandlungsstrategie, dem Lebensstil sowie der individuellen Person
beeinflußt ist. Es besteht die Möglichkeit der HIV-Infektion zu
einer, wenn auch nicht heilbaren, so doch zu einer chronisch kontrollierbaren
Erkrankung zu machen. Eine therapeutische Impfung ist in Entwicklung.
DAGNÄ e.V., Dr. H. Knechten/Goetzenich/Hanhoff, Aachen
Flaschennahrung ist besser als Muttermilch
Die Zahl der mit dem AIDS-Virus (=HIV =human immunodeficiency
virus) infizierten Afrikaner nimmt ständig zu. Die medizinische
Behandlung ist wegen der schlechten Arzneimittelversorgung unzureichend.
Viele Patienten versterben unbehandelt. Afrikanische Ärzte suchen
aus diesem Grunde nach anderen Möglichkeiten zur Verringerung der
hohen Sterblichkeit.
In den Jahren 1992 bis 1997 wurden 425 schwangere,
kenianische Frauen mit einer HIV-Infektion (Typ 1) untersucht
und nachbeobachtet. Die eine Hälfte der Frauen hat die Säuglinge
mit Muttermilch gestillt, die andere hingegen mit Flaschennahrung aufgezogen.
In der stillenden Gruppe starben in den ersten zwei Jahren nach der
Geburt 18 Mütter, in der mit Flaschennahrung
nur 6. Aufgrund dieser Ergebnisse wird HIV-infizierten Müttern
die Ernährung ihrer Babys mit Flaschennahrung empfohlen.
Quelle: Nduati R. und Mitarbeiter: Lancet
2001 (357) 1651 - 1655
Dr. Dr. med. Th. Hürter, Geilenkirchen |